E-Mail an Tanja
Persönliche Stories:   Tanja
Hallo, mein Name ist Tanja. Ich bin 32 Jahre, habe zwei Töchter (13 und 10) und wohne in der Nähe von Brühl im Rheinland. Seit gestern weiß ich, daß auch ich einen MKP habe. Das erste Mal als die Symptome bei mir auftraten, bin ich acht oder neun Jahre alt gewesen, hervorgerufen wahrscheinlich durch zuviel Cola im Laufe das Tages und des Abends. Mir ginge es sehr schlecht, ich hatte panische Angst, mußte mich mehrmals übergeben, mir war schwindelig, das Herz raste und ich glaubte, sterben zu müssen. Das war für mich als Kind natürlich ein gewaltiger Schock. Die nächsten Jahre ging es so weiter. Sehr oft hatte ich mit diesen Ängsten zu kämpfen, wodurch mein gesamtes Verhalten beeinflußt wurde. Auch ich konnte lange Zeit nur sehr schwer, vor allem abends, allein bleiben. Die Ärzte hatten immer nur eins zu sagen, nämlich das ich mir alles einbilden würde, meine Familie sagte, ich solle mich gefälligst nicht so anstellen. Mit siebzehn Jahren war ich dann so verzweifelt, daß ich zwei Suizidversuche unternahm und für mehrere Wochen in eine Klinik kam. Dort wurde natürlich auch nichts festgestellt. Mir war nur klar, daß ich nicht dieselben Problemen wie die Kinder und Jugendlichen dort hatte. Aber mir ging es besser, bei dem Gedanken, daß es doch noch einige Menschen gab, denen es um so vieles schlechter ging als mir. Also fand ich mich erst mal mit den Symptomen ab und das war für mehrere Jahre auch ganz in Ordnung so. Ich bekam meine Kinder, bildete mich beruflich weiter und lebte fast ganz ohne Probleme. Wenn ich Symptome hatte, konnte ich diese ganz gut ertragen. Wegen des Herzstolperns, daß ich zwischendurch bekam, wurde ich zum Kardiologen geschickt, der aber nichts feststellte, ich hätte angeblich ein vegetatives Erschöpfungssyndrom. Auch wurde ich mit Antidepressiva behandelt, worauf ich jedoch mit starken Nebenwirkungen reagierte, so daß ich das Medikament nicht mehr nahm. Dann kam dieses Jahr im Februar die Situation, daß ich abend beim Fernsehen urplötzlich wieder eine Panikattacke bekam, wie ich sie auch als Kind schon hatte. Das machte mich richtig fertig. So lange hatte ich ohne gelebt und jetzt ging es schon wieder los. Der herbeigerufene Notarzt konnte natürlich nichts machen, er setzte sich zu mir und wartete, bis es wieder einigermaßen ging. Mehrere Wochen kamen diese Attacken zu den unterschiedlichsten Zeiten und auch nicht immer mit den selben Symptomen wieder. Blutuntersuchungen wegen der Schilddrüse waren vollkommen in Ordnung. Zudem trat auch immer häufiger das Problem auf, daß ich während des Einschlafens fünf- oder sechsmal mit einem ekelhaften Gefühl hochschreckte. Es war, als ob mein Körper abschalten würde, obwohl ich vom Kopf her noch fast völlig wach war. Es kribbelte im ganzen Körper, als wenn alles Blut aus den Gefäßen fließen würde und gleichzeitig in den Kopf steigen würde. Dann kam der Moment, an dem ich kurzfristig wohl eingeschlafen bin und daraus aufschreckte, mir dem Gefühl, nicht geatmet zu haben (das Problem besteht momentan auch noch und ist für mich am schlimmsten).Dazu meinte mein Arzt, daß es wohl vom Asthma käme, was ich jedoch nicht geglaubt habe, das die Asthma-Symptome ganz andere sind. Also bekam ich wieder mal den Rat, alles einfach so hin zu nehmen. Und wieder kam ich mir in die Schublade der Hypochonder gesteckt vor...
Bis ich auf diese Seite stieß und mir eine Überweisung zum Kardiologen geben ließ, der dann auch tatsächlich einen MKP feststellte. Ich bin froh zu wissen was ich habe, aber andererseits macht mich der Gedanke an die vielen Jahre in meiner Kinder- und Jugendzeit, in denen es mir so schlecht ging und ich verzweifelt war, sehr traurig. Ich weiß nicht, ob man den MKP damals schon diagnostizieren konnte, ich glaube eher nicht , aber das mir so lange Zeit eingeredet wurde, ich würde mir alles nur einbilden, macht mich irgendwie wütend. Ich hoffe, daß noch viele auf diese Seiten stoßen, denen dadurch geholfen werden kann.

Tanja