E-Mail an Mario
Persönliche Stories:   Mario
Hallo, ich bin der Mario (32) und wohne in Hamburg. 1997 fing bei mir alles an, als ich eines Nachts mit einer Panikattacke aufwachte und den Notarzt rufen mußte. Ich spürte eine starke körperliche Bedrängnis und einen starken Schmerz in der Brust und mir war sehr schwindelig, so daß ich in eine Klinik eingeliefert wurde. Seit dem hat sich mein Leben total verändert. Ich war ein lebensfroher Mensch, aber seit dem höre ich nur noch in meinen Körper und mache mir dauernd Gedanken wann die nächste Attacke kommt. Sämtliche Untersuchungen waren ohne Befund, und ich hatte ständig das Gefühl, die Ärzte sehen mich als Hypochonder. Mal ist es der Streß, mal irgendwelche persönlichen Probleme, wie Partnerschaft oder finanzielle Probleme, die Ärzte machen es sich manchmal zu einfach, anstatt die Symptome ernst zu nehmen.
Die Lebensfreude ist seitdem dahin, ich verkrieche mich, komme kaum noch aus dem Haus, au-ßer zum Arbeiten, das geht - Gott sei dank - unter großen Anstrengungen, aber da habe ich schon morgens den Horror, in die volle S-Bahn zu steigen, besonders schlimm ist es jetzt im Sommer mit der schlechten Luft in den Zügen. Immer wieder überkommt mich das hilflose Gefühl, umzu-fallen oder einer Herzattacke zu erliegen. Ich leide fast täglich unter latentem Schwindel und Schmerzen in der Herzgegend, plötzlichen Schweißausbrüchen, feuchten Händen, Augenflimmern und Todesangst.
Diese Symptome besserten sich kurzzeitig, als ich meine jetzige Freundin kennengelernt habe. Ich hatte damals auch richtig gute Tage, an denen ich mich rundum wohl fühlte und die Lebensfreude zurück kam. Das war vor einem Jahr. In letzter Zeit leide ich wieder vermehrt unter diesen Symptomen, mußte auch schon aus der Firma mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden, weil mein Herz so pochte, als wolle es aus meiner Brust springen. Dort untersuchte man mich oberflächlich und fand nichts, weil man mich nicht ernst nahm, wie all die Jahre zuvor. Mein Vertrauen zu Ärzten ist deshalb nicht gerade größer geworden.
Ich kann mich auf nichts mehr richtig konzentrieren, obwohl ich meinen (sehr stressigen) Job in einer Spedition noch ganz gut bewältige, habe an nichts mehr Freude, leide unter Depressionen, komme kaum aus dem Haus, meide Menschenmassen, Kaufhäuser ect. Meine Freundin kommt mit meiner "Krankheit" nicht klar, so ein Leben möchte ich ihr auch nicht zumuten, so daß wir uns trennen werden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie es weitergehen soll.
Bis gestern, als ich auf diese Seite gestoßen bin, da ich endlich wissen wollte was mit mir los ist. Als ich die Leidenswege der anderen Betroffenen laß, rollten mir dicke Tränen über die Wangen, weil es genau meine Geschichte widerspiegelt und ich gedacht habe, ich bin alleine auf der Welt mit meinen Problemen. Ich weiß zwar nicht, wie es weitergehen soll, ob meine Lebensfreude wiederkommen wird, aber durch den Besuch dieser Seite ist mir vieles klarer geworden. Als nächstes werde ich mich von einem Kardiologen gründlich untersuchen lassen, um Klarheit zu gewinnen, denn Ungewißheit ist schlimmer als eine negative Diagnose. Hoffentlich finden noch mehr Betroffene auf diese wirklich informative Seite.

Mario K.