E-Mail an Gerlinde
Persönliche Stories:   Gerlinde
Ich heiße Gerlinde, bin 35 Jahre alt, habe zwei Kinder und wohne in Belgien direkt an der Grenze zu Aachen. Ich war heute abend im Internet unterwegs, um mich über HWS zu informieren und bin durch Zufall auf diese Internet-Seite gestoßen. Nachdem ich alle persönlichen Stories gelesen hatte, hätte ich heulen können. Es sind mehr oder weniger meine Geschichten. 1993 hatte ich die ersten Extrasystolen, ab 1994 traten diese dann häufiger auf. Hinzu kamen Tachycardien. Ständig wurde ich von einer inneren Unruhe geplagt. Mein Puls war und ist immer erhöht und das Schlimmste ist, ich spüre ständig mein Herz. Ich bekam Angst, denn ich wußte nicht was mit mir los war. Mein damaliger Hausarzt in Paris versicherte mir, daß es nichts Ernsthaftes sei. Im März 1996, ich war damals im 8. Monat schwanger bekam hatte ich wieder eine Tachycardie, die über fast 10 Std. anhielt. Ich suchte einen Cardiologen auf, der zunächst nichts feststellen konnte. Ich bekam Beta-Blocker und mein Zustand normalisierte sich etwas. Bei der darauffolgenden Untersuchung stellte der Cardiologe einen leichten MKP fest. Man sagte mir, dies sei nichts schlimmes und ich sollte es am besten wieder vergessen. Bis Januar 1998 ging es mir dann auch ganz gut. Doch dann fing wieder diese innere Unruhe an, die mich fast in den Wahnsinn trieb. Extrasystolen und immer wiederkehrende Tachycardien. Ich nahm ständig irgendwelche Beta-Blocker, die jedoch nicht wirklich Wirkung zeigten. Seit 1999 wohne ich jetzt hier bei Aachen und meine Beschwerden sind nach wie vor präsent. Auch hier ging ich zum Cardiologen. Er dementierte nach mehrfacher Ultraschall-Untersuchungen den MKP. Das anfallsweise Herzrasen wurde dann im Sommer 2000 so schlimm, daß ich zum Dauergast in der Praxis wurde. Alle die vielen Langzeit-EKG's brachten nichts. Diagnosen waren: Hyperkinetisches Herzsydrom, Depression etc. Ich habe dann eine Therapie begonnen, die mir persönlich viel gebracht hat, aber an meinen Herzproblemen jedoch hatte sich nichts geändert. Anfang August 2000 traten die Tachycardien bis zu 10 mal am Tag auf und ich war völlig außer mir. Diesmal konnte der Cardiologe ein EKG mitschreiben hinzu kam noch ein umgekehrter Vorhof-Rhytmus. Er veranlaßte eine Untersuchung im Klinikum Aachen und dort wurde dann Mitte August eine EPU durchgeführt. Diagnose AV-Knoten-Reentry-Tachycardie. Auch im Klinikum dementierte man einen Zusammenhang mit dem MKP. Zunächst ging es mir ganz gut nach diesem Eingriff. Doch mittlerweile habe ich wieder öfter Extrasystolen, innere Unruhe und aufgrund der inneren Anspannung kaum auszuhaltende Schmerzen im Bereich der Hals und Brustwirbelsäule. Ich hatte den MKP schon fast vergessen, doch als ich heute all diese Geschichten hier laß wurde mir klar, daß dieser vielleicht doch die Ursache für all meine Probleme sein kann. Nicht zuletzt auch wegen der Beschreibung von Suse, die von einem Aufschrecken vor dem Einschlafen erzählt, was ich schon ganz häufig genau so erlebt habe. Ich ertrage es nicht mehr ständig mein Herz zu fühlen, mich von Extrasystolen in Panik versetzen zu lassen, ständig das Gefühl haben zu müssen, von innen angetrieben zu werden, so als würde jemand das Herz mit einer Peitsche antreiben. Ich sehne mich nach innerer Ruhe, nach einem möglichst normalen Leben. Sehr berührt hat mich auch die Aussage, daß selbst Menschen, die einem sehr nahe stehen, Äußerungen wie: so schnell stirbt man nicht, oder jetzt denk doch mal an etwas anderes, oder die Ärzte haben dir doch versichert, daß es sich nicht um etwas lebensbedrohliches handelt". Ich kenne dies gut. Im Moment lebe ich ohne Medikamente, ich arbeite, versorge meine Kinder, arbeite noch nebenberuflich und habe nicht selten das Gefühl, einfach keine Kraft mehr zu haben. Manchmal habe ich keine Lust mehr zu leben, ich habe nicht mehr viel Hoffnung auf eine Besserung. Wenigstens weiß ich jetzt, daß ich nicht allein bin.