E-Mail an Damaris
Persönliche Stories:   Damaris
Ich heiße Damaris, komme aus der Nähe von Bielefeld, bin 20 Jahre alt. Möchte mich zuerst bedanken für alle, die ihre Story hier veröffentlicht haben. Es macht Mut, und deshalb möchte ich auch meinen Beitrag dazu leisten. Also hier ist sie, meine Geschichte:
Ich war 17. Aktiv, ging in die Schule ... es wurde Winter. Und wie das dann oft so ist, bekommt man den ein oder andern Infekt. Irgendein unfreundlicher Virus muss dabei gewesen sein. Der hat sich auf meinem Herzmuskel festgesetzt. Ich wurde immer schlapper. Schob das aber auf die nicht ganz auskurierten Erkältungen. Außerdem: Weihnachten, und ich wollte als Mitarbeiterin auf eine Kinderfreizeit mit. Habe das auch durchgezogen. Da das aber Stress pur war und ich sowieso nur müde und k.o. war .... ging irgendwann dann gar nichts mehr. Kam kaum aus dem Bett, alles fiel 10fach schwer. Keiner wusste, was mit mir los war, so dass wir zum Krankenhaus fuhren. Festgestellt wurden per EKG: Herzrythmusstörungen. Zu Hause angekommen wieder: zum Kardiologen. Festgestellt wurden sie immer. Jedes Mal. Immer permanente Extrasystolen. Und Reste von dem Virus auf meinem Herzmuskel. Ich hatte, ohne es zu wissen, eine Herzmuskelentzündung gehabt. Wie jetzt weiter?? Jede Woche 2, 3 Mal zum Arzt. Vielleicht was mit der Schilddrüse? Zum nächsten Arzt. Vielleicht Magnesiummangel? (eine Witzerklärung für meine Situation!!) Vielleicht psychisch? Vielleicht helfen Kreislauftropfen?
Das ging so weiter. Ein geschlagenes halbes Jahr. Ich war zu nichts fähig. Treppesteigen war ein Akt, danach war ich fix und fertig. Und immer nur, von morgens bis abends und im Bett liegend: Schwindel, Schwindel, Schwärze vor Augen. Und diese ewigen Herzrythmusstörungen. (Panikattacken oder Angstzustände kenne ich aber eigentlich nicht. Das haben viele ja geschildert). DAS macht einen psychisch fertig, oh ja. Alle sagen dir: das Herz an sich ist in Ordnung, alles Bestens, die Herzrythmusst. Konnte sich keiner recht erklären. Auf dem Ultraschall stellten die Kardiologen komischerweise auch nichts fest. Dann war da noch die Schule. Nach 2 Wochen wurde ich unruhig, nach 4 war ich völlig fertig, nach 2 Monaten war klar, dass ich das Schuljahr wiederholen musste. Ich war kaum fähig, n paar Schritte zu tun, nur müde. Abgeschlagen. Schwindelig. Was tun?? Bin dann auf Anraten von Freunden ambulant in ne Herzklinik gefahren. Und dort? Dort wurde mir gesagt, das ich das MKP-Syndrom haben würde! Ich war so dermaßen froh, einfach nur ne Diagnose zu haben, einen Namen, der mir sagte, dass ich mir da doch nicht voll was einbilde (man fragt sich ja sehr vieles in solchen Zeiten ...), dass man nicht alles einfach auf die Psyche schieben kann. (Ich finde es interessant, dass euch allen auch geraten wurde, unbedingt in psychische Behandlung zu gehen ...)
Ich bekam Betablocker verschrieben, da ich ja auch diese Extrasystolen hatte. Fast jeder 2. Schlag. Und langsam sollte ich anfangen ein bisschen Sport zu treiben. Es war schwer. Von 0 auf höher zu kommen fordert viel. Aber ich wollte. Ich war so überaus dankbar, dass man jetzt wusste, was es war, dass ich wusste, was ich dagegen tun könnte. Mittlerweile habe ich noch einen Betablocker bekommen. Und bin jetzt umgestellt auf einen Kalziumantagonisten. Irgendwie schlägt das alles nicht ganz so an wie es wohl soll, und da ich sowieso einen sehr niedrigen Blutdruck hab, darf ich nur wenig von den Medikamenten nehmen. So spüre ich im Ruhezustand dieses Holpern eigentlich immer.
Seit 2 ¾ Jahren habe ich nun akut mit diesem Syndrom zu tun. Seit 2 Jahren weiß ich es. Trotzdem habe ich noch sehr damit zu kämpfen. Bin sehr wetterfühlig. Kann nicht so viel wie Freunde. Dann muss man halt pünktlich ins Bett hüpfen, kann nicht alles mitmachen. Man hat halt sehr spürbare Grenzen. (Zu spürbar!)
Musste dann ein Schuljahr wiederholen, mittlerweile habe ich aber meine Abi geschafft. (Es ist immer gut, hab ich festgestellt, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Es ist zwar oft nicht ganz so einfach zu erreichen, weil die Kraft begrenzt ist ... aber man hat halt dieses Syndrom und muss damit leben lernen.) Was mir diese ganze Zeit unendlich geholfen hat durch zu stehen, nicht voll zu verzweifeln, zu resignieren und aufzugeben, das war ein mir sehr, sehr wertvolles Buch. Nur dieses Buch hat mir nen Sinn in meinem Leben gegeben und geholfen auch in dem MKP-Syndrom einen Sinn zu sehen. Würde mich sehr freuen über Austausch ; wie diese Seite zeigt: man ist nicht alleine damit!! Halten wir durch! Meldet euch einfach per Mail.

Damaris