E-Mail an Christiane
Persönliche Stories:   Christiane
Hallo, mein Name ist Christiane, komme aus Braunschweig und bin 35 Jahre alt. Erst gestern stellte man bei mir MKP fest, nach genau so langer Zeit wie bei fast allen von euch. Mit 19 fing ich meine Ausbildung zur Arzthelferin an. Waehrend dieser Zeit bekam ich immer mehr Kreislaufprobleme, was mich sehr wunderte, da ich seit meinem 6 Lebensjahr Handball gespielt habe. Nun ja, mein Chef machte diverse Kreislaufchecks, u.a. war er auch so gnädig und schrieb ein EKG, welchem er aber nicht so viel Beachtung gab (es fanden sich einige Extrasystolen). Verordnet wurden mir Kreislauftabletten und die Bemerkung - ist ja alles nicht so schlimm. Die richtige Odyssee begann mit 27 Jahren, als ich bei einem Discobesuch "hyperventilierte", ich das aber noch selber in den Griff bekam. Daraufhin berichtete ich dies meinem Chef und er gab mir wieder einmal "nur" Tabletten. Ich nahm sie aber nicht, weil ich mir nichts davon versprach. Es folgten dann Hitzewallungen, Schluckbeschwerden, innere Unruhe. Folglich wurde ich auf mein Drängen hin zum Radiologen ueberwiesen. Zahlreiche Schilddruesenuntersuchungen aller Art - ohne nennenswerten Befund. Eher mit den Worten - die von ihrer Patientin angegebenen Symptome sind eher anderer Herkunft. Zwischen den Zeilen gelesen, heisst das soviel wie: psychisch! Obwohl ich ein sehr bodenständiger Typ bin und alles mit viel Abstand betrachte! Vor 5 Jahren musste ich dann leider verletzungsbedingt mit Handballspielen aufhoeren. Danach ging es nur noch bergab. Ich bekam extreme Hitzewallungen, unerklärliche Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und vor allem heftige Herzrhythmusstörungen bis hin zu Tachykardien. Nach Rücksprache mit meinem ehemaligem Chef = psychosomatisch. Ich konnte diese Diagnose nicht mehr hören. Also lebte ich weiterhin mit dem Gedanken (den ich aber nicht akzepierte!), ich hab' halt "einen an der Waffel". Als ich vor 2 1/2 Jahren an der linken Leiste operiert wurde, bekamen die Ärzte im Krankenhaus, nachdem sie mein EKG gesehen haben, es mit der Angst zu tun (Extrasystolen im Verhaelnis 1:1!) Nach der Entlassung bitte um sofortige Abklärung. Ich machte erneut Druck bei meinem ehemaligen Chef, woraufhin er mich mit seiner üblichen Bemerkung der Psychosomatik, zu einem "einfachen" Internisten ueberwies. Dieser machte ein EKG, ein Herzultraschall und ein Belastungs-EKG, bei welchem er sagte: ich habe gesehen, was ich sehen wollte und schickte mich mit Betablocker nach Hause. Es wäre auch nichts gravierendes festzustellen! (Bei einem einfachen Ultraschall ja auch nie moeglich!) Ich versuchte es mit den Betablockern, welche mir aber nicht halfen, darum setzte ich sie wieder ab. Wütend suchte ich mir meine jetzige Heilpraktikerin, die nach kürzester Zeit der Meinung war dass ich einen Herzfehler habe, unter Umständen sogar angeboren! Es sollte eine Untersuchung in der MH Hannover sein, doch leider habe ich keinen Termin bekommen. Kürzlich stand ich erneut vor einer OP der rechten Leiste. Der Anästhesist machte die nötigen Untersuchungen, u.a. EKG. Als er dies sah, lehnte er die Narkose ab. Er bräuchte Befunde, er wisse so nicht was mit meinem Herz nicht i.o. waere. Fuer mich brach eine Welt zusammen - alle Planungen, sei es familiär oder beruflich waren hinfällig. Meine ganze Jahresurlaubsplanung im Nu im Eimer!!! Meine erste Amtshandlung beinhaltete meinen ehemaligen Chef, welcher derzeit noch mein Hausarzt war in den Wind zu schiessen. Dann suchte ich mir eine nette Ärztin, der ich gleich reinen Wein einschenkte, mit der Anweisung - die Diagnosestellung Psychosomatik möchte ich nicht mehr hören! Nun schickte sie mich zu einem Internist/Kardiologen, der u.a. eine Farb-/Doppleruntersuchung (Ultraschall in Farbe) des Herzen durchführte. Das Ergebnis war wie schon erwaehnt MKP. Aber, wie ihr alle schon so mitbekommen habt, hat man ja eher die Einbildung krank zu sein, als dass man es tatsaechlich ist.
Darum einen guten Tip an euch: Legt vor der Arzttür nicht euern Willen und eure Persönlichkeit ab! Bleibt hartnäckig und widersprecht euerem Arzt auch mal, denn wer einen weissen Kittel an hat, der mag wohl Mediziner sein - ist aber dennoch ein stinknormaler Mensch wie du und ich!!! Denn wie ihr wisst wird der Stempel - psychosomatisch - allzu schnell und allzu gerne aufgedrückt, immer dann wenn es dem Arzt zu umständlich erscheint den Menschen als Ganzes zu betrachten.
Darum mache ich auch gerade eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, weil ich von der Schulmedizin die Nase gestrichen voll habe - doch leider kommt man noch nicht ohne sie aus!!!

Christiane

(Anm.: MKPS ist eine psychosomatische Erkrankung, doch viele Ärzte geben der psychischen Komponente die Hauptursache an dem Leiden. - Alex/mitral.de)