E-Mail an Alex
Persönliche Stories:   Alex
Mein Name ist Alex (29) wohne in Stuttgart und leide unter meinen Symptomen seit Oktober 1996. Das es sich bei mir um das MKP-Syndrom handelt weiß ich allerdings erst seit 2000. Meine Studienzeit habe ich mir mit dem Sport finanziert, somit kann man annehmen, daß ich vor knapp sechs Jahren körperlich wirklich topfit war.
Alles fing mit Schwindel an und endete auf der Heimfahrt vom Training mit einer Panikattacke, Herzrasen, Schweißausbrüche etc.- sterben kann nicht anders sein - ich kam ins Krankenhaus, die Diagnose war aber gleich null. Ab diesem Moment ein anderes Leben, Angstattacken, Schwindel, starkes Schwitzen, starke innere Unruhe, Brustschmerzen usw. Bei einer kardiologischen Untersuchung fand man eine Virusinfektion: Coxsackie und Varizella Zoster. Meine Symptome erklärte dies aber nicht. Von Dezember 1996 bis November 1998 reiste ich quer durch Deutschland, d.h. Unikliniken, Heilpraktiker.... So gut wie jeden Strohhalm habe ich ergriffen. Insgesamt war ich in 18 Krankenhäusern und habe sechs Psychotherapien begonnen. Der MKP wurde bei mir schon früh diagnostiziert, aber von einem Syndrom war nie die Rede. Diagnosen wie Multiple Sklerose, vegetative Dystonie oder chronische Virusinfektion waren an der Tagesordnung. Schließlich begann ich eine LAK-Therapie bei einem Privatarzt in München, d.h. es werden künstlich körpereigne Lymphozyten gezüchtet und wieder verabreicht. Geholfen hat es wenig, aber die 70.000 DM Kosten zahle ich noch heute ab, da meine gesetzliche Versicherung vor Gericht zog und natürlich gewann. Das einzig positive war, dass ich über diesen Münchner Arzt zur Uniklink München kam. Ein Professor hatte sich auf das Heilen von Schwindel spezialisiert - bis heute ist Schwindel mein größtes Problem. Auf jeden Fall bekam ich dort Seroxat verabreicht und was soll ich sagen, nach zwei Jahren Krankheit, Studienabbruch, das Haus nicht mehr verlassen zu können, nicht mehr Auto gefahren zu sein.....ich war gesund, nahm zwar 18 kg zu aber ich konnte mein Studium beenden und habe wieder gelebt. Als ich vor einem Jahr Seroxat absetzte, kam sehr vieles leider wieder zurück. Inzwischen weiß ich vom MKPS, weiß, was mir schadet und was nicht. Meine Auswirkungen auf Kaffee sind verheerend, die Angst Sport zu machen ist groß. Der Schwindel kommt zwar seltener als früher, aber das Leben wird nie wieder dasselbe sein. Trotzdem - ich kann arbeiten, ich lebe, auch wenn die Angst ständig da ist und das ist es auch, was ich in den ganzen Jahren gelernt habe: Wir alle müssen damit leben, mit den Symptomen und mit den Ängsten. Aber eines ist sicher, ich werde keine Antidepressiva mehr nehmen und keine chemischen Medikamente. Genügend Flüssigkeitsaufnahme, regelmäßige Bewegung, Mineralstoffe, Vitamine und versuchen positiv zu Denken müssen bei mir ausreichen.

Alex